Beiträge für das Schlagwort "Schicksalstag"

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Was verbindet Matthias Kölbel mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

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Freiheit! Nicht nur zu reisen, wohin man will, sondern auch zu sagen, was man denkt, und zu tun, was man selbst für richtig hält. Der Herbst 1989 war eine aufregende Zeit: Dinge im Fluss, nichts galt mehr, eine festgefügt geglaubte Ordnung löste sich in atemberaubenden Tempo auf. Wer mutig war, nutzte die Gunst der Stunde zum Gestalten. Doch schon im Frühjahr 1990 warnte mich ein früherer Lehrer: Der Versuch, im Osten etwas eigenes zu gestalten, sei zwecklos. Der Mann musste es wissen, er war als künftiger Landesminister nah dran am politischen Zeitgeschehen. Entgegen meiner Hoffnung sollte er recht behalten: Es kam zum "Nachbau West" statt zum "Aufbau Ost". Die Frage, welche Erfahrungen der Ostdeutschen für ein gemeinsames Deutschland nützlich sein könnten, wurde nie aufrichtig gestellt. Weder gab sich das deutsche Volk eine gemeinsame Verfassung in Einigkeit und Freiheit, noch durfte im Osten weiter bestehen, was es im Westen nicht gab. Polikiniken, Berufsausbildung mit Abitur, Technikunterricht usw. galten als obsolet. Nur das knuffige Ampelmännchen durfte bleiben ...
Der 9. November ist der "Schicksalstag der Deutschen" - 1989 fällt die Mauer, 1938 brennen Synagogen, 1918 dankt der Kaiser ab. Die Dramatik der deutschen Geschichte spiegelt sich in diesem einen Tag. Der 9. November wäre daher eher als der 3. Oktober geeignet, als Nationaler Gedenktag die Erinnerung an die Höhen und Tiefen unserer Geschichte wach zu halten.

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