Beiträge für das Schlagwort "Erfolg"

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Wie erlebt Justine momentan die deutsche Einheit?

Es ist viel erreicht und immer noch viel zu tun. Persönlich bin ich nur mit ehemaligen DDR-Bürgern in Kontakt gekommen, die sich gut in das kapitalistische System integriert haben und jetzt sehr erfolgreich in dem vereinten Deutschland leben.

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Wie erlebt goythal momentan die deutsche Einheit?

Sehr, sehr weit auf dem Weg zu einem "einigen" Land. Man muss schon ein bisschen von dem Medieninteresse an Ost-West-Unterschieden und "Ostalgie"-Erscheinungen absehen, um das Erreichte nüchtern zu würdigen. Nirgendwo auf der Welt und niemals zuvor hat eine Region mit 16 Mio. Bewohnern einen derart rapiden sozialen, politischen und wirtschaftlichen Wandel - in nur 20 Jahren! - mitgemacht. Die Klagen von etwa einem Viertel der ostdeutschen Bevölkerung, dass ihnen die Einheit wenig oder gar keinen Gewinn brachte, sind nachvollziehbar, wenn man berücksichtigt, dass rascher sozialer Wandel (wie etwa in der Frühindustrialisierung des 19. Jahrhunderts und derzeit im Aufstieg Ostasiens) stets erhebliche Anpassungslasten für die betroffenen Menschen einschliesst. Ausserdem haben auch manche Funktionsträger der SED-Diktatur gewisse Sicherheiten und Privilegien genossen, für deren Verlust es im vereinten Deutschland verständlicherweise keine Entschädigung geben kann. Schmerzhafter sind die Verluste an Lebenszeit und Selbstbestimmung, die die Opfer des SED-Regimes erlitten und die ach nicht mehr mit Geldzahlungen ausgeglichen werden können. Auch wenn es noch rund eine Generation dauern wird, bis die Teilung der Erfahrungen überwunden ist, bleibt die gesamte Zeitspanne des Vereinigungsprozesses doch - im historischen Vergleich - recht kurz.

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Wie erlebt Maria Sibylle momentan die deutsche Einheit?

Frust, ChanceNach wie vor bin ich froh, dass die Mauer weg ist. Die Erwartungen waren sehr groß aber die Marktwirtschaft ist alles andere als sozial. Das größte Problem ist die Arbeitslosigkeit und dass der der viel besitzt immer noch dazubekommt. Wer wenig hat, muss täglich draufzahlen. Dafür könnte ich viele Beispiele liefern. Wir Menschen aus dem Osten fühlen uns benachteiligt und ich frage mich, ob alte Rachegelüste an den ehemaligen DDR-Bürgern verübt werden. Wir hatten einfach mal Pech im Osten gelebt zu haben. Die Politiker betreiben massiv Spaltung und der Erfolg ist Frust und Wut. Warum wurde das ALG II für Ost und West unterschiedlich hoch ins Gesetz geschrieben? Warum wird der Mindestlohn wieder ungleich angesetzt? Ich kann doch nicht am Fahrkartenschalter, Supermarkt, Post etc. sagen, dass ich Ostlohn habe... Auch die unterschiedlichen Gehälter für die gleiche Leistung kann nur Unmut erzeugen. Ich kenne viele Leute die hochqualifiziert sind und krank wurden, weil sie arbeitslos sind und zuhause sein müssen. So geht mir das Reden von Politikern, dass die Menschen sich weiterbilden müssen, auf die Nerven. Wer älter ist hat keine Chance egal was er studiert hat. Aber ich kenne auch junge Leute, die ein Superstudium z.T. alleinerziehend mit Kind gemacht haben und jetzt im Niedriglohnsektor sprich Hungerlohn in einer völlig anderen Branche arbeiten. Da greift dann das ALG-Ergänzungsgeld, aber was passiert mit den Menschen? Das macht krank!!! Ich denke der Krankenstand durch psychische Probleme als Folge der Arbeitslosigkeit bzw. des nicht gebrauchtwerdens und keinen Erfolg zu haben, ist enorm hoch. Es kostet den Staat doch viel mehr Geld; erst das Studium dann ALG und die Krankenkosten, als wenn die Leute ihr Geld verdienen könnten. Ihr Selbstwertgefühl ist unten und die Kaufkraft ebenfalls. Aber das Geld allein löst kein soziales Problem. Warum gibt es arbeitslose Sozialpädagogen? Viele Kinder und Jugendliche machen Blödsinn, da sie keinen Sinn in ihrem Leben finden. Was das den Staat im nachhinein kostet? Streetworker und Familienbetreuer könnten in Massen arbeiten und das Klima im Land würde für alle Generationen spürbar besser werden. Die Alten sitzen allein vor dem Fernseher, da die Sozialdienste, so es eine Pflegestufe gibt, nur für "Satt und Sauber" sorgen dürfen und das im Minutentakt... Die soziale Kält nimmt leider zu und wenn dieser Trend nicht aufgehalten wird, mach ich mir große Sorgen. Die jungen Familien, die sich kein Auto leisten können, interessiert doch die Altautoprämie nicht, wenn sie nicht wissen wovon sie die Eintrittsgelder für Kinderveranstaltungen hernehmen sollen, weil es kaum kostenlose Angebote gibt. Die Kindergärten und Schulen sind mit Personal so knapp, dass keine Zeit für Herzensbildung und gutes Benehmen bleibt. Da brauchen wir uns nicht wundern, dass so viel schiefläuft. S C H A D E!

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