Beiträge für das Schlagwort "Solidaritätszuschlag"

Bild von besserwessi

Wie erlebt besserwessi momentan die deutsche Einheit?

Die Einheit ist mehr und mehr zum Zankapfel zwischen Ost und West geworden. Der Soli-Zuschlag ist eine Zumutung - nach 20 Jahren sollten lieber generell die Steuern erhöht werden, als die Ausrede "Aufbau Ost" zu nutzen. Wir sind inzwischen ALLE für das gesamte Deutschland in der Verantwortung! Wenn man sich mal umhört, wollen sogar mehr Deutsche aus den neuen Bundesländern die Mauer wieder aufbauen, als die ach so tollen "Besserwessis". Wenn ich höre, wie die Lebenshaltungskosten in den neuen Bundesländern sind, aber im nächsten Moment erlebe, wie denen alles nahezu hinterhergeschmissen wird - Angleichung der Löhne etc., dann kann ich dafür kein Verständnis mehr aufbringen und bin mehr und mehr gegen die Einheit. Nicht mal in den alten Bundesländern gibt es solche Gleichnisse! Selbst innerhalb einer gleichen Behörde z. B. gibt es Ortszuschläge in unterschiedlichen höhen - warum wohl erhalten Beamte in München oder Frankfurt (Main) einen höheren Ortszuschlag als in Paderborn oder Bielefeld? Weil es dort eben deutlich höhere Lebenshaltungskosten gibt! Ähnliches gilt für die anderen "normalen" Berufe gleichermaßen. Auch im Handwerk verdienen die Münchener mehr, als die Kollegen in Norddeutschland. Und weshalb sollen die günstigen Wohngegenden in den neuen Bundesländern die gleichen Gehälter wie die westdeutschen Kollegen beziehen? Es gibt keinen Grund dafür, ausser das Prinzip "ich will ich will ich will, und der Staat unterstützt meine Forderung". Es macht sich die Ohnmacht breit, einfach der Undankbarkeit der neuen Nachbarn zusehen zu müssen und dafür zahlen zu dürfen. Es gibt eine lange Reihe von weiteren Beispielen - Fakt ist, ich bin inzwischen auf die Deutsche Einheit gar nicht mehr gut zu sprechen. Alle anfängliche - wenn auch skeptische - Euphorie ist lange verflogen.....

Bild von Heidrun68

Wann ist für Heidrun68 die deutsche Einheit erfolgreich vollendet?

Es bleibt - wie in meiner Meinung zu heute geschrieben - der Schlusstrich unter den Soli-Zuschlag muss schnell gezogen werden. Nur dann haben die "Geschwister" die Chance, sich gleichberechtigt kennenzulernen und sich nicht darum zu streiten ob der, der mehr kann auch mehr muss. Denn zusätzlich zum Soli-Zuschlag gibt es ja den Länderfinanzausgleich und den betrachte ich nun 20 Jahre später für vollkommen (!!!!!!) ausreichend!!!!!!!!!!!!!
Ob die "Geschwister" als Erwachsene das machen und Streitigkeiten der Kindheit vergessen, wird die Zeit zeigen. Solange es Bayern gibt, die die Ostsee und Nordsee nicht kennen und umgekehrt, solange wird es auch Rheinländer geben, die höchstens Berlin und Potsdam, aber nicht Brandenburg sich ansehen. Aber es hat den Wessis untereinander nicht geschadet, sich nicht wirklich genau zu kennen und so eine Rundreise durch Deutschland auch für Abschlussfahrten nicht zur Pflichtreise werden müssen.

Bild von Heidrun68

Wie erlebt Heidrun68 momentan die deutsche Einheit?

Wir befinden uns an einem Punkt, wo wir Unterschiede erkennen und akzeptieren müssen. Die immer noch neuen Bundesländer müssen sich nun auch finanziell zügig abnabeln. D.h. es darf m.E. nur noch den normalen Lastenausgleich zwischen den Ländern geben. Ich kann es nämlich nicht akzeptieren, dass Meckpom bessere Straßen hat (getestet in 2001) als bspw. die Pfalz. Und wie herrlich man in zugelaufenen Tagebauseen baden kann, habe ich letzten Sommer ausprobiert - inklusive Anfahrt über nagelneue Autobahnen und schlaglochfreie Ortsstrassen. Ich lade jeden zu einer Fahrt über die Bundesstrasse von Gau-Bickelheim nach Rockenhausen bzw. nach Siegburg in die Nebenstrassen ein!!! Dass die Menschen verschiedene politische Ansichten haben, wird m.E. bleiben. Aber wir tolerieren ja auch die Bayern mit ihrer traditionellen CSU-Gläubigkeit und Veränderungen finden auch dort nur durch Zuzug statt. Traurig finde ich, dass mein Verwandter (Cousin meines Vaters) aus Schwerin schon kurze Zeit nach der Wende vergaß, wie negativ er sich mir gegenüber noch im Jahr vor der Wende geäußert hatte und heute die PDS wählt. Da ist mein Onkel aus Leipzig ehrlicher. Vielleicht erklärt dass, wieso ich den Kontakt nur noch mit den Leipzigern pflege. Meine Schwester hat überhaupt keinen Bezug mehr zu den Verwandten - vielleicht kann sie es noch weniger verwinden, dass das Geld in Päckchen verschwand und nicht uns für Kleidung und Urlaub zur Verfügung stand und wir deswegen gehänselt wurden. Zusätzlich wurden uns immer die stets eine Note besseren Zeugnisse unserer gleichaltrigen Verwandten vorgehalten und wir beide waren jeweils Klassenbeste - aber bei uns waren halt Einsen selten. Wir waren auch nicht so lieb und gehorsam erzogen wie unsere Cousinen die stets gehorchten und keine eigene Meinung wagten. Deshalb waren Besuche der Ost-Oma auch nicht so beliebt. Diese Geschichten wirken nach und werden vielleicht auch noch an die nächste Generation weitergegeben werden. Irgendwann bleiben dann mit ein wenig Glück vielleicht nur noch die "Ostfriesen" und "Bayern"-Witze. Das gelingt aber nur, wenn denn die Wessis endlich ihre unterstützten Geschwister in die Selbständigkeit entlassen dürfen, wie Eltern irgendwann auch aus der Unterhaltspflicht für ihre Kinder entlassen werden bzw. diese aus dem "Hotel Mama" schubsen dürfen!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!! Sonst bleibt der Geschwisterneid! Selbständig wählen wollen aber sich durchfüttern lassen gilt nicht!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!

Bild von Thomas Naatz

Wann ist für Thomas Naatz die deutsche Einheit erfolgreich vollendet?

Zur Einheit Deutschlands gehört auch ein einheitliches Steuer- und Sozialrecht. Aus welchem grund etwa bekommt ein Arbeitnehmer in den ostdeutschen Bundesländern für die gleichen Einzahlungen in die Gesetzliche Rentenversicherung später eine höhere Rente als sein westdeutscher Kollege? Und warum gelten in Ost und West unterschiedliche Beitragsbemessungsgrenzen in der Sozialversicherung? Man sage nicht, der Osten sei ja so strukturschwach. Auch innerhalb von Ost und West gibt es erhebliche Unterschiede. Man vergleiche bspw. die Wirtschaftskraft der Region München/Landkreis Starnberg mit dem Saarland oder "High-Tec"-Standorte wie Dresden mit der Region Uckermark.
Auch der "Soli" gehört abgeschafft. Schon die Bezeichnung "Solidaritätszuschlag" allein erzeugt schon bei allen westdeutschen Steuerzahlern ein Unbehagen und schafft Mißtrauen zwischen West- und Ostdeutschen Steuerzahlern. Denn es ist ja keine freiwillig (aus Gefühlen der Zuneigung oder Solidarität) gezahlte Steuer, sondern eine ärgerliche Zwangsabgabe für alle abhängig beschäftigten Arbeitnehmer! Um den Einnahmeausfall in der Staatskasse abzumildern, könnte man bspw. die nächste Steuerreform (Stichwort: Kalte Progression) um ein paar Jahre verschieben.
Also weg mit der imaginären "Zonengrenze" zwischen Ost und West, wie sie noch heute in fast allen Bereichen des Steuer- und Sozialrechtes vorhanden ist!
Mein größter Wunsch diesbezüglich wäre eine Fusion der Bundesländer Hessen und Thüringen. Dies wäre nicht nur aus wirtschaftlichen, sondern vor allem aus wiedervereinigungspolitischen Gründen ein außerordentlich begrüßenswerter Vorschlag! Leider hat unser damaliger Bundeskanzler Helmut Kohl die einmalige Chance verstreichen lassen, im Zuge der Wiedervereinigung die Größe und Anzahl der Bundesländer vernünftig zu ordnen oder zumindest seinen Einfluss in dieser Richtung geltend zu machen.

Bild von Zacha

Wie erlebt Zacha momentan die deutsche Einheit?

Abgesehen von einigen ewig gestrigen, die sich hiermit Stimmgewinne erhoffen oder andere Vorteile, oder jenen die durch die Einheit unwiderbringbar verloren haben (also nicht wirtschaftlich, sondern gesellschaftlich, insbesondere Träger des alten Systems), ist die Einheit in den Köpfen der meisten angekommen. Unschöne Gegenbeispiele waren die unangemessene Reaktion in Bezug auf die Verteilung der Infrastrukturellen Mittel ("mit besonderem Bleick auf den Westen"... was keineswegs eine Bevorzugung darstellen sollte sondern berücksichtigen sollte, das dort in den letzten 20 Jahren nur wenig getan wurde zugunsten des Ostens) und der immer noch existierende Solidarzuschlag. Die blühenden Landschaften sind zwar nicht so, wie einige sie sich ausgemalt haben, entstanden, doch wurde viel getan und es ist weiterhin ein Raum mit vielen Perspektiven. Hoffen wir, das die ewig gestrigen sie nicht verbauen!

Bild von U Pflaumann

Wie erlebt U Pflaumann momentan die deutsche Einheit?

Aufgrund meiner Außendiensttätigkeit in Ost-und West-Bundesländern, sowie durch meine früheren Tätigkeiten im Beitrittsgebiet, sehe ich die Unterschiede zwischen den Bundesländern sehr deutlich. Im Laufe der Zeit hat sich der, zumindest zwischen 1990 und 1998, deutlich spürbare Unterschied zwischen Beitrittsgebiet und Alt-Bundesrepublik verlagert. Heute scheint es so, dass es eher ein Gefälle zwischen Süd- und Nord- /Mittel- Bundesländern gibt. Sowohl was die Lebensqualität, die Innovationsfreude in Verwaltung und Wirtschaft als auch die Lebenseinstellung der Menschen betrifft. Aufgrund der Aufteilung in Bundesländer mit eigenen, wenn auch häufig überflüssigen, Länderparlamenten und Gesetzgebungskompetenzen, wird es eine "Einheit" im Sinne einheitlicher Strukturen, einheitlicher Lebensverhältnisse oder vernunftorientierter einheitlicher Bildungsverhältnisse in Deutschland ohnehin nicht geben können. Daher haben wir aus der Sache wohl das meiste heausgeholt. Es fehlt allerdings noch die ehrliche Aufarbeitung der Nachkriegsgeschichte in beiden deutschen Staaten. Dazu gehört die Darstellung, welche Personen aus dem nationalsozialistischem Staat wieder einflussreiche Positionen im realsozialistischen oder im marktsozialen deutschen Staat bekleidet / bekeidet hat. Wir befinden uns außerdem an einer Stelle, an der ehrlich dargestellt werden muss, dass der "Solidarbeitrag" seit geraumer Zeit nur noch eine "normale" Zusatzsteuer darstellt, mit den Lasten der Einheit aber so gut wie gar nichts mehr zu tun hat. Dies müsste dann bedeuten, dass der "Soli" abgeschafft wird.

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