Beiträge für das Schlagwort "Kindheit"

Was verbindet Theresa mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?
Als damals Achtjährige, die am Abend des 9.11.1989 schon ins Bett gebracht worden war, hörte ich wie meine Eltern im Wohnzimmer beim Fernsehen sehr laut und aufgeregt redeten, zu schreien anfingen. Verdutzt und neugierig - so etwas kam sonst nicht vor - schlich ich zu ihnen ins Wohnzimmer. Dort gaben sie mir eine Decke, zeigten auf den Fernseher, auf dem gerade die Bilder von der Grenzöffnung liefen, und meinten "Bleib hier und guck Dir das an, hier passiert gerade Geschichte!". Ich weiß nicht mehr, wie lange ich an diesem Abend mit ihnen da saß und fern sah, aber ich kann mich erinnern wie euphorisch und gerührt meine Eltern waren und dass die feierliche Stimmung auch auf mich - die im Schlafanzug und in die Decke eingewickelt mit dabei saß - übersprang.

Was verbindet Maria Sibylle mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?
Leider muss ich mit "vorgestern" beginnen. Denn ich habe den Mauerbau als ein schlimmes einschneidendes Erlebnis in Erinnerung. Die Besuche zu den Verwandten in Süddeutschland waren vorbei und es gab für meine Eltern nicht mehr die Chance zu gehen. Man war dem politischen System ausgeliefert. Diese Konsequenz hat mich in jeder Hinsicht geprägt und ich habe unter der "Volksbildung" am meisten gelitten. Den Tag der Maueröffnung habe ich entsprechend gefeiert. Da ich bei den Berliner Demonstrationen dabei war und fürchterliche Dinge sehen musste, war mein Kanal DDR längst voll und übergelaufen! Die Stasiakteneinsicht war eine kleine Genugtuung, wenn auch für mich schreckliche Internierungspläne vorlagen. Es war eine historische Chance einem Geheimdienst auf die Finger zu sehen und das Übel der Bespitzelung schwarz auf weiß zu lesen. Den Freiraum Kirche möchte ich nicht unerwähnt lassen, denn ohne diese - leider auch stasidurchsetzte Insel - wäre manches unerträglich gewesen. Der Mauerfall war und ist ein Glücksfall für mich und ich weine der DDR keine Träne nach. Jedenfalls nicht wie sie war, vielleicht wie sie hätte sein können... Ich habe das Beste ohne mich verbiegen zu müssen aus dieser Zeit gemacht, auch ohne Jugendweihe und FDJ. Meine Kindheit und Jugend war schön, denn es gab immer Gleichgesinnte und persönliche Freiheit deren Spielraum in meinem Elternhaus ausgereizt wurde.

Was verbindet materockt mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?
Hauptsächlich verbinde ich mit diesem Tag auch tatsächlich den Tag der Maueröffnung, dass am gleichen Tag leider auch ein dunkler Termin der Erinnerung geprägt ist, die Reichsprogromnacht der Nazis, habe ich in der Schule erst Jahre später gelernt. Denn zum Zeitpunkt der Maueröffnung war ich 9 Jahre alt. Ein anderer Termin wäre besser gewesen, denn dieses Ereignis der Maueröffnung eignet sich in meinen Augen viel eher als Feiertag zur Wiedervereinigung, besser als der politisch eingeleitete, elitär entschiedene 3.10. Die Zeit davor ist mir nur wenig in Erinnerung, es war bei den Eltern eine gewissen Anspannung zu erleben, mindestens einmal war meine Mutter auch auf einer Demo, aber zu einem schon sehr späten Zeitpunkt. Die Zeit danach war von Vorfreude auf die erste Fahrt in den Westen bestimmt.
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