Beiträge für das Schlagwort "Blühende Landschaften"

Bild von vekummrow

Wie erlebt vekummrow momentan die deutsche Einheit?

Die von Kohl zu Recht versprochenen "blühenden" Land schaften sind nach meinem Empfinden schon seit einigen Jahren vorhanden. Als der Bundeskanzler dieses Versprechen gab, sagten mir Fachleute aus dem Osten, daß wird mindestens eine Generation dauern. Etwaige Verwerfungen und Unebenheiten in der Entwicklung bzw Weiterentwicklung des ehemaligen Ostens sind weitgehend der Ende der achtziger Jahre beginnenden Globalisierung geschuldet. Daß sich einige Wessis zu Beginn wie eine "offene Hose" gegenüber den neuen Bundesbürgern benommen haben, dürfte heute unstreitig sein.

Unstreitig dürfte 1990 auch gewesen sein, daß die damals westdeutsche Industrie auch die Bedürfnisse der nunmehr zusätzlichen 17 Mill. Bürger ohne Probleme hätte abdecken könne. Umso schwerer, wieder unter der heruafziehenden Globalisierung, war es dann entsprechende Industrien im Osten entweder zu erhalten oder neu aufzubauen, mithin eigene Kaufkraft im Osten zu generieren.

Bild von AngelOfBerlin

Wann ist für AngelOfBerlin die deutsche Einheit erfolgreich vollendet?

Die deutsche Einheit ist erfolgreich vollendet, wenn es keine unterschiedlichen Bezahlungen in den einzelnen Gewerben mehr gibt, wenn niemand mehr in den "Westen" arbeiten gehen muss, weil er in den neuen Bundesländern schlechter bezahlt wird, wenn er denn überhaupt Arbeit hat. Kein Wunder, das es hier immer mehr Rentner gibt und die jungen Menschen wegziehen. Was haben sie denn für eine Perspektive und was soll dabei heraus kommen?
Wenn es eben keinen Ost-und Westtarif mehr gibt, wie hier in einer Stadt- in Berlin und das noch nach 20 Jahren! Bei den täglichen Lebenshaltungskosten werde ich doch als "Ossi" auch nicht bevorteilt, nur weil ich schlechter bezahlt werde! Was ist denn da mit der Gleichstellung, die mir per Gesetz zusteht?
Es ist in dieser Hinsicht noch sehr viel zu tun. Es stellt sich nur die Frage, warum es noch immer so ist. Am Geld kann es eigentlich nicht liegen, wenn man sieht, wie schnell die Milliarden für die Banken bereitgestellt werden konnten! Wenn der Staat nicht an den Gewinnen der Großkonzerne- und Banken beteiligt wird, in Form von Steuern, kann er auch die Verluste nicht tragen- von was denn auch? Von den wenigen noch Arbeit habenden? Von meinem Osttarif?
Sollen die nächsten Generationen dieses Schuldenpaket für die jetzigen "Experten" abtragen? Wann sollen denn da die versprochenen "blühenden Landschaften" in Sicht kommen?
Dieses "Monopoly" spielen sollte endlich aufhören! Jeder kann sehen, was dabei herauskommt, wenn man sich verzockt und niemand hat das Recht, die Zukunft anderer zu verspielen.
Die hiess es bei uns früher und für die trägt jeder die Verantwortung und für die Zukunft dieser Millionen Familien in Deutschland trägt der Staat die Verantwortung- die er endlich wahrnehmen sollte.

Bild von Parzival

Wie erlebt Parzival momentan die deutsche Einheit?

Nach meinem Eindruck wird keine ehrliche Diskussion und Information über die gegenwärtige deutsche Situation geführt. Von politischer Seite werden leider nur Schlagworte und Worthülsen benutzt, um den Zustand zu beschreiben, es erfolgt aber keine saubere Aufarbeitung des Einigungsprozesses trotz zahlreicher Studien, die in Auftrag gegeben worden sind. Dies lässt sich an vielen Beispielen demonstrieren. Stichwort: Blühende Landschaften. In dem Gebiet der ehemaligen DDR sind erkennbar großartige Fortschritte in der baulichen und technischen Infrastruktur erfolgt, aber unter 'blühenden Landschaften' stellen sich Menschen gemeinhin mehr vor, nämlich ein aktives Leben mit hoher Lebensqualität. Was bislang trotz enormer finanzieller Investitionen weitgehend misslungen ist, ist der Aufbau einer funktionierenden Wirtschaft, die ausreichend und fair bezahlte Arbeitsplätze schafft. Mit Arbeit wird auch Rechtsradikalismus verhindert. Stichwort Treuhand: Die Arbeit der Treuhand war ein einziges Desaster, wie man an der Größenordnung des Erblastenfonds erkennen kann. Wie wenig die Politik in der Lage ist, mit diesen selbst geschaffenen Erblasten umzugehen, sieht man an der gegenwärtigen Verschleierungsargumentation der Bundesregierung hinsichtlich der tatsächlich noch bestehenden Schulden. Stichwort Interpretation der Vergangenheit: Es sind wenig Fortschritte im gegenseitigen Verständnis zwischen West und Ost erzielt worden. In der öffentlichen Diskussion - vor allem jetzt im Wahlkampfjahr- werden die Bewohner der ehemaligen DDR systematisch diskriminiert und diskreditiert. Betont werden Kennzeichen der ehemaligen DDR wie Mauerbau, Todesschützen, Stasi etc, aber nicht die Tatsache, dass ein Volk von rund 17 Mio. Menschen versucht hat, einen eigenen gesellschaftlichen Weg zu gehen. Die erste friedliche Revolution in Deutschland, die vom Volk ausging, wird zwar immer wieder lobend erwähnt, es ist aber ein rein rethorische Floskel geworden, denn die reale Anerkennung dieser Leistung bleibt aus. De facto erfolgt eine unerträgliche Umschreibung der Geschichte, die damit beginnt, dass Helmut Kohl als Vater der Einheit gefeiert wird, obwohl sich die SPD unter Willy Brandt auf westdeutscher Seite immer für die Einheit stark gemacht hat und die CDU zu der Zeit mit Parolen wie "Freiheit statt Sozialismus" gearbeitet hat. Es wäre an der Zeit, die Leistungen der DDR wie z.B. Kinderbetreuung, medizinisches Versorgungssystem, wirkliche Umsetzung der Gleichberechtigung von Frauen, unverkrampftes Umgehen mit Sexualität etc. anzuerkennen. Es sollte nicht vergessen werden, dass es auch in Westdeutschland Opfer des politischen Systems gab. Ich darf nur daran erinnern, dass die Teilnahme an Demonstrationen gegen die Notstandsgesetzgebung Berufsverbote nach sich ziehen konnte. Wir befinden uns daher psychologisch betrachtet immer noch in der embryonalen Phase der deutschen Einheit. Westdeutsche wissen wenig bis gar nichts über das reale Leben in der DDR und sind auch mehrheitlich gar nicht an einer ehrlichen Aufarbeitung und einem grundlegenden Verständnis interessiert, da sie sich ja auf der "Sieger"-Seite fühlen, denn der Sieg des kapitalistischen Systems über das sozialistische System ist ja lange genug in der veröffentlichten Meinung gefeiert worden. Es sieht leider nicht so aus, als ob die Lektionen gelernt werden und die gegenwärtige weltweite Finanzkrise der kapitalistischen Wirtschaftsform zu einer anderen Perspektive und zu einem neuen Wohlstandsmodell führt.

Bild von Zacha

Wie erlebt Zacha momentan die deutsche Einheit?

Abgesehen von einigen ewig gestrigen, die sich hiermit Stimmgewinne erhoffen oder andere Vorteile, oder jenen die durch die Einheit unwiderbringbar verloren haben (also nicht wirtschaftlich, sondern gesellschaftlich, insbesondere Träger des alten Systems), ist die Einheit in den Köpfen der meisten angekommen. Unschöne Gegenbeispiele waren die unangemessene Reaktion in Bezug auf die Verteilung der Infrastrukturellen Mittel ("mit besonderem Bleick auf den Westen"... was keineswegs eine Bevorzugung darstellen sollte sondern berücksichtigen sollte, das dort in den letzten 20 Jahren nur wenig getan wurde zugunsten des Ostens) und der immer noch existierende Solidarzuschlag. Die blühenden Landschaften sind zwar nicht so, wie einige sie sich ausgemalt haben, entstanden, doch wurde viel getan und es ist weiterhin ein Raum mit vielen Perspektiven. Hoffen wir, das die ewig gestrigen sie nicht verbauen!

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