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Wie erlebt Alocin momentan die deutsche Einheit?

Ich lebe seit fast 13 Jahren in Brandenburg und werde nach wie vor als West-Berlinerin täglich mit der DDR-Geschichte und den DDR-Geschichten konfrontiert, nicht zuletzt, weil mein Lebenspartner aus der DDR stammt. Es wird meiner Meinung nach zu viel vom Gestern geredet. Ich für meinen Teil bin zufrieden mit meinem Leben. Da ich zum Zeitpunkt des Mauerfalls erst 20 war und mich in Ausbildung befand, bin ich mit der Wiedervereinigung gut klargekommen. Nach dem Studium habe ich in einer Firma begonnen zu arbeiten, die nur aus Ostdeutschen bestand. Ich war zuzusagen der "Quoten-Wessi" (obwohl West-Berliner ja keine "Wessis" waren). Ich bin aber sehr gut damit klargekommen. Aber meine Kollegen geben noch fast täglich ihre Geschichten aus der NVA-Zeit etc. zum Besten. Es lässt sich eben nicht wegwischen. Ich habe aber in den letzten 20 Jahren sehr viel über die DDR gelernt. Wenn man das mit dem vergleicht, was man in der Schule darüber erfahren hat, ist das ein Witz gewesen! Ich habe auch gemerkt, das wir doch oft sehr arrogant hinübergeschaut haben. Das, was vom Osten kam war in unseren Augen minderwertig. Man hat aber erst nach der Maueröffnung gesehen, wieviel schlechter oft die ARbeitsbedingungen waren, z. B. die Ausstattung der Studenten mit Lernmitteln. Was mich, genauso wie meine Kollegen mit DDR-Vergangenheit immer noch aufregt, ist die Tatsache, dass (ganz besonders in unserem Arbeitsbereich: Archäologie) die hohen Posten fast nur mit Westdeutschen besetzt wurden und immer noch werden!

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