Beiträge für das Schlagwort "ddr"

Bild von Alexander von Plato

Was verbindet Alexander von Plato mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

PD Dr. phil. Alexander von Plato (Fernuniversität Hagen) leugnet die Bedeutung der Bürgerrechtsbewegung in der DDR für deutsche Einheit keineswegs, hält aber die politischen Entscheidungen auf internationaler Ebene für wesentlich wichtiger. Etwas ironisch hat er diesen Aspekt mal in folgendem Satz zusammengefasst:

"Das Volk der DDR hat auf Initiative der Bürgerrechtsbewegung, geführt von einem weitsichtigen westdeutschen Bundeskanzler, unter dem Beistand des "Meistertaktikers" Gorbatschow unter Bedrohung sowjetischer Generale, unter Nutzung eines nur kurzen Zeitraumes seine Befreiung erkämpft und sich mit der Bonner Republik zu einer gemeinsamen, zukunftsträchtigen neuen Bundesrepublik vereint." (aus: Alexander von Plato, Die Vereinigung Deutschlands - ein weltpolitisches Machtspiel. Bush, Kohl, Gorbatschow und die geheimen Moskauer Protokolle, Ch. Links Verlag, Berlin 2002, S. 15.)

Bild von Alocin

Wie erlebt Alocin momentan die deutsche Einheit?

Ich lebe seit fast 13 Jahren in Brandenburg und werde nach wie vor als West-Berlinerin täglich mit der DDR-Geschichte und den DDR-Geschichten konfrontiert, nicht zuletzt, weil mein Lebenspartner aus der DDR stammt. Es wird meiner Meinung nach zu viel vom Gestern geredet. Ich für meinen Teil bin zufrieden mit meinem Leben. Da ich zum Zeitpunkt des Mauerfalls erst 20 war und mich in Ausbildung befand, bin ich mit der Wiedervereinigung gut klargekommen. Nach dem Studium habe ich in einer Firma begonnen zu arbeiten, die nur aus Ostdeutschen bestand. Ich war zuzusagen der "Quoten-Wessi" (obwohl West-Berliner ja keine "Wessis" waren). Ich bin aber sehr gut damit klargekommen. Aber meine Kollegen geben noch fast täglich ihre Geschichten aus der NVA-Zeit etc. zum Besten. Es lässt sich eben nicht wegwischen. Ich habe aber in den letzten 20 Jahren sehr viel über die DDR gelernt. Wenn man das mit dem vergleicht, was man in der Schule darüber erfahren hat, ist das ein Witz gewesen! Ich habe auch gemerkt, das wir doch oft sehr arrogant hinübergeschaut haben. Das, was vom Osten kam war in unseren Augen minderwertig. Man hat aber erst nach der Maueröffnung gesehen, wieviel schlechter oft die ARbeitsbedingungen waren, z. B. die Ausstattung der Studenten mit Lernmitteln. Was mich, genauso wie meine Kollegen mit DDR-Vergangenheit immer noch aufregt, ist die Tatsache, dass (ganz besonders in unserem Arbeitsbereich: Archäologie) die hohen Posten fast nur mit Westdeutschen besetzt wurden und immer noch werden!

Bild von VorzeigeOssi

Was verbindet VorzeigeOssi mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

ich bin die West-Ehefrau des VorzeigeOssi und habe in Aachen den 09.11. erlebt und war einfach gerührt. Mit so etwas hatte niemand gerechnet und das Thema DDR war im äußersten Westen eh kein Thema. Ich bin aber in Niedersachsen nahe dem Harz geboren und habe so frühzeitig von der Existenz der DDR erfahren, wenn auch vermutlich viel falsches, was wir in vielen Gesprächen richtig stellen konnten.
Als in den kommenden Tagen an den Grenzen die Reporter viele Fragen stellten, konnte ich im Autoradio mitverfolgen, was sich so tat, `"drüben"
Die Trabbis standen Schlange zur Ausreise/Ausflug und als einer antwortete auf die Frage wo es denn hingeht: Heute wollen wir mal eine richtige Tour machen - nach Helmstedt!!!!, da war ich platt. Mit meinen 30 Jahren und im Westen aufgewachsen habe ich schon so einiges in der Welt gesehen, und wenn ich von einer richtigen Tour spreche
dann geht es von Berlin nach München oder Kiel nach Freiburg, aber Helmstedt? Ich fing erst sehr langsam an zu begreifen, wie sich unsere Nachbarn sich jetzt entfalten und langsam alles Neue aufnehmen.
Die Maueröffnung war für mich ein sehr bewegendes Ereignis wie die Mondlandung (+) und
der 11. September(---).
Und wer vor vielen Jahren zu mir gesagt hätte, Du ziehst in den Osten, dem hätte ich einen Vogel gezeigt. Die Grenzkontrollen habe ich einige Male mit gemacht, da ich wegen des Sports öfter in Richtung Berlin mit dem Wagen unterwegs war. Aber meine neue Heimat in Aachen hat 2 Grenzen, die Belgische und die Niederländische. Doch dort konnte ich rein und raus und runter und rüber und ich wurde immer durchgewunken, es wurde gescherzt und es gab keine Probleme.

Nun lebe ich seit über 4 Jahren hier, und fühle mich sehr wohl. Die Menschen bei uns im Dorf haben das Wort Wessi noch nie in den Mund genommen, ich bin halt wer ich bin. Die Landschaft, Flora und Fauna ist einfach fantastisch und traurig macht mich nur, das die Dörfer aussterben. Die Förderung scheint nicht da anzukommen, wo sie hingehört. Und und und.

Meinen Schritt oder Besser Umzug habe ich nie bereut und der Ausdruck VorzeigeOssi kommt übrigens von meiner Berliner Freundin (Westlerin aber mit der Bahn im Osten unterwegs gewesen, kennt also beide Seiten), nachdem sie ihn kennen gelernt hatte. Na das ist aber ein feiner Kerl, so ein richtiger VORZEIGEOSSI !

Bild von anzarr

Wie erlebt anzarr momentan die deutsche Einheit?

Ich denke nicht, dass, gerade unter den jungen Bürgerinnen und Bürgern, sich eine nennenswerte Anzahl als West- oder Ostdeutscher sieht. Die Unterschiede im Selbstverständnis würde ich als einen überall existierenden Lokalpatriotismus verstehen, wie er auch die Bayern von den Friesen unterscheidet. Allerdings ist es noch so, sei es durch unterschiedliches Lohnniveau, niedrigere Lebenshaltungskosten oder Fehlen von Studiengebühren in den neuen Bundesländern, dass der Ruf des preiswerteren Osten nicht verschwunden ist.

Inhalt abgleichen