Beiträge für das Schlagwort "Euphorie"

Bild von Theresa

Was verbindet Theresa mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

Als damals Achtjährige, die am Abend des 9.11.1989 schon ins Bett gebracht worden war, hörte ich wie meine Eltern im Wohnzimmer beim Fernsehen sehr laut und aufgeregt redeten, zu schreien anfingen. Verdutzt und neugierig - so etwas kam sonst nicht vor - schlich ich zu ihnen ins Wohnzimmer. Dort gaben sie mir eine Decke, zeigten auf den Fernseher, auf dem gerade die Bilder von der Grenzöffnung liefen, und meinten "Bleib hier und guck Dir das an, hier passiert gerade Geschichte!". Ich weiß nicht mehr, wie lange ich an diesem Abend mit ihnen da saß und fern sah, aber ich kann mich erinnern wie euphorisch und gerührt meine Eltern waren und dass die feierliche Stimmung auch auf mich - die im Schlafanzug und in die Decke eingewickelt mit dabei saß - übersprang.

Bild von Benjamin Nölting

Was verbindet Benjamin Nölting mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

Die Öffnung der Mauer war eine riesige Überraschung und ein sehr bewegender Moment. Die Mauer mit all ihren Fallen und Schussanlagen war mein Leben lang da und auf einmal öffnete sie sich. Die Menschen in Ostdeutschland haben sich ihre Freiheit erkämpft und dann mit viel Geschick und Toleranz das friedliche Ende der DDR demokratisch organisiert. Das beeindruckt mit heute immer noch.
Ich bin 2 Tage nach der Maueröffnung von Freiburg quer durch Deutschland nach Berlin gefahren. Hinter dem Grenzübergang Hof sind wir an einer kilometerlangen Trabbi-Schlage, die alle zum Westbesuch wollten, entlang gefahren. Nachts in Berlin angekommen haben wir zuerst das Hämmern und Klopfen an der Mauer gehört. Die Mauerspechte hatten bereits angefangen, die Mauer abzureißen. Die Begeisterung war riesig.
Im Februar 1990 war ich in Leipzig. Auf einer Kundgebung war die Stimmung schon gekippt vom Aufbruch zur DM. Jetzt sollten möglichst schnell die DM und das westdeutsche Wohlstandsmodell eingeführt werden, um jeden Preis und ohne Zeit und Raum für das Nachdenken über Alternativen.

Bild von Parzival

Was verbindet Parzival mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

Es war ein unerwartetes und überraschendes Ereignis für mich. Ich war fasziniert von der Begeisterung und Freude und hatte gleichzeitig aber die Befürchtung, dass diese Euphorie nicht lange anhalten würde.

Bild von dorisreim

Was verbindet dorisreim mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

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Ich war in Berlin, 40 jahre alt und meine Tochter, 8 Jahre alt. Meine Tochter mußte zur Schule und ich ins Amt, wo ich als techn Angestellte im Hochbauamt Charlottenburg arbeitete. Verfolgt haben wir das ganze am Fernsehapparat. Wir waren wie elektrisiert und sehr euphorisch. Große Freude überall.

Bild von besserwessi

Wie erlebt besserwessi momentan die deutsche Einheit?

Die Einheit ist mehr und mehr zum Zankapfel zwischen Ost und West geworden. Der Soli-Zuschlag ist eine Zumutung - nach 20 Jahren sollten lieber generell die Steuern erhöht werden, als die Ausrede "Aufbau Ost" zu nutzen. Wir sind inzwischen ALLE für das gesamte Deutschland in der Verantwortung! Wenn man sich mal umhört, wollen sogar mehr Deutsche aus den neuen Bundesländern die Mauer wieder aufbauen, als die ach so tollen "Besserwessis". Wenn ich höre, wie die Lebenshaltungskosten in den neuen Bundesländern sind, aber im nächsten Moment erlebe, wie denen alles nahezu hinterhergeschmissen wird - Angleichung der Löhne etc., dann kann ich dafür kein Verständnis mehr aufbringen und bin mehr und mehr gegen die Einheit. Nicht mal in den alten Bundesländern gibt es solche Gleichnisse! Selbst innerhalb einer gleichen Behörde z. B. gibt es Ortszuschläge in unterschiedlichen höhen - warum wohl erhalten Beamte in München oder Frankfurt (Main) einen höheren Ortszuschlag als in Paderborn oder Bielefeld? Weil es dort eben deutlich höhere Lebenshaltungskosten gibt! Ähnliches gilt für die anderen "normalen" Berufe gleichermaßen. Auch im Handwerk verdienen die Münchener mehr, als die Kollegen in Norddeutschland. Und weshalb sollen die günstigen Wohngegenden in den neuen Bundesländern die gleichen Gehälter wie die westdeutschen Kollegen beziehen? Es gibt keinen Grund dafür, ausser das Prinzip "ich will ich will ich will, und der Staat unterstützt meine Forderung". Es macht sich die Ohnmacht breit, einfach der Undankbarkeit der neuen Nachbarn zusehen zu müssen und dafür zahlen zu dürfen. Es gibt eine lange Reihe von weiteren Beispielen - Fakt ist, ich bin inzwischen auf die Deutsche Einheit gar nicht mehr gut zu sprechen. Alle anfängliche - wenn auch skeptische - Euphorie ist lange verflogen.....

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