Beiträge für das Schlagwort "Mauer"

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Wann ist für Lucky die deutsche Einheit erfolgreich vollendet?

Wann ist die Einheit vollendet und was muss noch geschehen? Eine Menge. Für mich ist die Einheit vollendet, wenn die so genannte "Mauer" aus den Köpfen heraus ist. Wenn es kein Lohn- oder Tarifgefälle mehr zwischen Ost und West gibt und eine vergleichbare Chancengleichheit gegeben ist. Und wenn die so genannten "Ossies" nicht mehr in Ostalgie alten vermeintlichen Errungenschaften nachweinen und die so genannten "Wessies" sich nicht mehr als besserwissendce Bundesbürger aufspielen. Oder noch besser: Wenn mit den Begriffen "Ossies" und "Wessies" niemand mehr was anfangen kann - außer im Rückspiegel darüber zu schmunzeln.
Wenmn erst die Bundesbürger im Lande und in den Bundesländern von West nach Ost und Nord nach Süd und kreuz und quer einfach nur in Deutschland verreisen, weil sie die jeweiligen landschaftlichen Schönheiten und die landsmannschaftlichen Gastfreundschaften genießen wollen, aber nicht, um die "andere Seite" kennen zu lernen.
Was wäre es auch angenehm, wenn sich die Menschen in Ost und West und Nord und Süd mit aufrichtigem Interesse und ohne Vorbehalte für die Regionen der anderen und deren Geschichte interessieren würden. Vielleicht gibt es dann ja irgendwann auch nicht mehr jene Länderrivalität, die von Neid und manchmal auch Misstrauen geprägt ist. Naja - den sportlichen Wettbewerb untereinander wird es natürlich immer geben, auch denn hoffentlich gegenseitig beflügelnden kreativen im wirtschaftlichen Wettbewerb. Aber wenn genau dann diese Menschen sich mehr für gemeinsame Miteinander-Lösungen in einem vom demografischen Wandel geprägten Deutschland interessieren und das vorbehaltlos mitgestalten wollen, dann sind wir ein gutes Stück auf dem richtigen Weg vorangekommen.
Am Ende sollte die Frage nach Ost und West-Unterschieden überhaupt nicht mehr gestellt werden. Stattdessen sollten wir mit einem stolzen Wir-Gefühl und in gemeinsamer Verantwortung für die Zukunft uns mehr zu einer multikulturellen Gesellschaft unter Einbeziehung der ausländischen Mitbürger ohne Fremdenfeindlichkeit und ohne ideologischen oder religiösen Hass bekennen, von uns sagen, dass wir (hoffentlich) gute deutsche Europäer sind...

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Was verbindet Paul mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

Im Juli des Jahres 1989 hatte ich in Berlin einen neuen Job angenommen und meine Freunde fragten, willst Du denn wirklich in dieser gefangenen Stadt arbeiten? Im November 1989 war gerade mit meinem kleinen Auto aus Westdeutschland im Berliner Wedding angekommen. Die Mitglieder der Wohngemeinschaft, wo ich die ersten vier Wochen wohnen sollte, ließen mich warten. Keiner war zuhause, obwohl wir verabredet waren. Dann kam eine junge Frau und sagte: Na, die sind alle an der Mauer, die Mauer ist auf. Die nächsten Tage konnte ich nicht auf die Bank gehen, weil die Menschen in Schlangen Begrüßungsgeld abholten. Und bei Bolle gab es keine frische Milch mehr.

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Was verbindet charlotte mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

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zunächst einmal erinnere ich mich daran, daß das damals ein tag war, der viel bewegt hat. für den moment. auf einmal konnte man dort hin, wo zuvor eine mauer den weg versperrte. ich wohnte damals im prenzlauer berg, fast direkt an der mauer. und als ich davon hörte, von einer bekannten, ging ich sofort los zur grenze, um selbst nachzusehen. somit war ich eine der ersten, die über den grenzübergang gehen durfte. und ich erlebte auch noch, wie überfordert die grenzer waren, daß sie nun die leute durchlassen mußten, die sie zuvor von ihr fern halten mußten. sie waren etwas "vergrätzt" darüber. ich erinnere mich auch noch daran,d aß sie den typisch sächsischen dialket hatten, den offenbar alle, oder wenigstens die meisten der in staatsdiensten stehenden leute hatten (stasi, grenzer, hohe funktionäre etc.)

das war schon ein seltsames gefühl, dort rüber zu gehen. es ist mir auch stark in erinnerung geblieben, hat sich bis heute eingeprägt, als wäre es erst gestern oder vorgestern.
dann auf der anderen seite, richtung osloer straße und dann quer durch die innenstadt änderte sich das gefühl schon schnell. die allgemeine euphorisierung erlebte ich schon damals als etwas merkwürdig und stand ihr tendenziell ablehnend gegenüber.
auch erfuhr ich schnell, auch an den darauf folgenden tagen, daß die westberliner uns "ossis" nicht gerade freundlich gegenüber standen. dies ist auch lange zeit so geblieben. und teilweise ist es heute noch so. es hat viele jahre gedauert, bis wenigstens die westberliner uns ossis kennen lernten und auch akzeptierten. lange zeit hatte ich das gefühl, eine art "deutsche zweiter klasse" zu sein. auch die migranten standen uns ebenso tendenziell feindlich gegenüber. sie waren westlicher als wir es waren. und wir ossis standen von der wertigkeit noch lange zeit "unter" diesen. das hat sich in der zwischenzeit wieder gewandelt. nun sind es wieder die migranten, die an "unterster stelle" stehen. das ist aber ebenso schade. schon aus dem grunde, weil dies die falschen kriterien sind, nach denen man menschen beurteilt. es gibt wichtigere.
erinnern kann ich mich auch noch an die großen demonstrationen vor der maueröffnung. ich war praktisch überall dabei. denn ich gehörte mit zu einer der generationen, die sich von den neuen entwicklungen große hoffnungen machten. heute sehe ich das alles etwas anders. aber damals stand ich der maueröffnung tendenziell positiv gegenüber. allerdings hatte ich damals schon, noch ganz diffus damals, die befürchtung, daß dies nicht einfach werden würde.
ich gehörte praktisch zu denen, die die ddr eigentlich nicht abschaffen woltlen, sondern lediglich verändern. die maueröffnung gehöärte schon eigentlich auch dazu, zu diesen wünschen. aber der anschluß an die brd gehörte eigentlich nicht dazu.

Bild von Moderation Riedel

Deutsche Wiedervereinigung am Brandenburger Tor

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Beschreibung: 
Nach der Friedlichen Revolution war ursprünglich der Tag des Mauerfalls – der 9. November – als Nationalfeiertag im Gespräch. Wegen der Datumsgleichheit mit dem Hitler-Ludendorff-Putsch von 1923 sowie der Reichspogromnacht von 1938 erschien dieses Datum jedoch ungeeignet. Deshalb wurde der 3. Oktober ausgewählt, der Tag, an dem die deutsche Einheit vollzogen wurde. Dies ist in Artikel 2 des Einigungsvertrages festgelegt, wodurch der Tag der Deutschen Einheit der einzige gesetzliche Feiertag der Bundesrepublik Deutschland ist, der durch Bundesrecht festgelegt ist. Alle anderen Feiertage sind Ländersache.
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