Was verbindet das darf doch wirklich nicht wahr sein mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

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Ich lebte damals in Süd-Deutschland. Wir verfolgten die Ereignisse mit Angst und Sorge um die Menschen in der DDR, weil wir befürchteten, dass das Militär oder die Polizei zur Waffe gegen die aufgebrachte Bevölkerung greifen würde. Ich werde das Gefühl der Freude, das wir empfanden, nie vergessen, als die Menschen sich nach der Maueröffnung in den Armen lagen. Wir haben damals für sie gezittert und vor Freude geweint. Wenn Ost-Deutsche heute behaupten, von den West-Deutschen missachtet worden zu sein, bitte ich sie, meinen Bericht vorurteilsfrei und in Erinnerung an die wirklichen Ereignisse, zu lesen: Am Sonntag nach der Maueröfnung, im November 1989, besuchte ich den Gottesdienst unserer Gemeinde. Nach dem Gottesdienst meinte der Dekan, dass in der Turnhalle der Stadt mehr als 150 Menschen (er sprach von Brüdern und Schwestern) aus der DDR auf Feldbetten untergebracht seien. Er bat uns, zu bedenken, ob wir nicht, nach unseren Möglichkeiten, Menschen in unsere Familien aufnehmen könnten. Wenige Tage danach war die Halle geräumt, alle hatten Aufnahme gefunden. Auch mein Mann und ich hatten eine 3-köpfige Familie zu uns geholt. Und damit begann eine sehr schmerzliche Erfahrung: Die Eltern rauchten ohne Ende in Gegenwart ihres 3 Monate alten Babys, missachteten jegliche Gastfreundschaft, indem sie sich benahmen wie die Vandalen. Als die Menschen in dem Stadtteil, in dem wir lebten, erfuhren, dass bei uns eine junge Familie aus der DDR lebte, machten sie spontan Sammelaktionen, bei denen ein Kühlschrank, Elektroherd, einige Möbel, aber auch gute! Kleidungsstücke für sie abgegeben wurden. Der junge Familienvater erlaubte sich auszusuchen, was seine Frau tragen dürfe und was nicht. Nach einigen Wochen, die junge Frau war wirklich eine ganz liebe, klagte sie mir ihr Leid, dass ihr Mann schon in vierter Ehe mit ihr verheiratet, und seine Kinder aus den früherern Ehen früh verstorben seien. Er selbst sei schon wegen Diebstahl und Raubes ind der DDR inhaftiert gewesen. Nach seinen Schilderungen war er in Ost-Berlin bei der Bahn beschäftigt gewesen. Sich selbst um einen Arbeitsplatz zu bemühen, war er nicht in der Lage. Ich nahm also Kontakt mit der Bahn auf, er stellte sich in meinem Beisein bei einem Rangierbahnhof vor. Nachdem er von der für ihn anfallenden Arbeit gehört hatte, lehnte ab: " In Berlin kamen höchsten 3 Züge pro Tag an, wir hatten Zeit zum Karten spielen oder zum Friseur zu gehen." Die Personen, die damals aus der DDR in unsere Region kamen, erhielten von der Gemeinde ein zinsloses Darlehen zur Gründung eines neuen Hausstandes. Dieser Herr hat sich von diesem Geld einen gebrauchten Audi 100 gekauft und ist, statt sich um seine Familie zu kümmern, damit nach Berlin gefahren. Da er keine Fahrpraxis besaß, Personen, die damals aus der DDR gekommen waren und bei der Zulassungsstelle angaben, ihre Fahrerlaubnis auf der Flucht verloren zu haben, bekamen, ohne Prüfung! einen Ersatz ausgestellt, hat er den Wagen auch gleich durch Unfall zuschanden gefahren. Nachdem ich erfahren hatte, dass ich mir einen Klein-Kriminellen ins Haus geholt hatte, bemühte ich mich um eine eigene Wohnung für diese Familie. Sie bekam die leer stehende Hausmeister-Wohnung einer Schule. Möbel und Einrichtungsgegenstände aus Sammlungen(wie auch schon beschrieben) und Geschenken. Meine Erfahrung war keine Ausnahme, alle mir bekannten Personen, die damals ihr Haus oder ihre Wohnung für die Menschen, für die wir echtes Mitgefühl empfanden, geöffnet hatten, erlebten ähnliche Probleme. Für die Zeit davor lassen Sie mich bitte noch sagen, dass ich regelmäßig, über mindestens 25 Jahre hinweg, Pakete mir nur durch Briefkontakt bekannte Menschen in Magdeburg und Umgebung, geschickt habe. Und glauben Sie mir bitte, ich habe keine Erbsen oder andere Hülsenfrüchte oder gar abgetragene Kleidung geschickt, wie man es heute immer wieder von den Ost-Deutschen zu hören bekommt. Ich lebe seit 6 Jahren in Ost-Deutschland. Bin ohne Vorurteile hierher gekommen, habe viele liebe Menschen kennen gelernt und bin dennoch oft verzweifelt, über die Engstirnigkeit derer, die heute noch behaupten, dass die DDR nach ihrer Meinung ruhig hätte bleiben können. Sie leben ausnahmslos in schicken Häusern, haben ihr geregeltes Einkommen, fahren einen Mittelklasse-Wagen und jammern. AUF HÖCHSTEM NIVEAU! Und wie kann ich, wie eine der "Schreiberinnen" in diesem Forum behauptete, beurteilen, wie marode der Westen ist, wenn ich gerade mal zu einer Familienfeier dort war? Als Abschluss: Wir haben um die Menschen in der DDR gezittert und gelitten, wir haben uns riesig für sie gefreut, als sie frei waren. Und wenn ich, wie heute im Nordkurier, lesen muss, dass eine junge Frau einen arroganten Wessi kennen gelernt hatte, frage ich mich: " Hätten Sie, liebe Ost-Deutsche sich ähnlich gastfreundlich verhalten, wie es 1989 für uns selbstverständlich war? Und fragen Sie sich doch bitte, wer arroganter ist: Der, der gibt oder der, der alles bekommt und dann noch unzufrieden ist. Meine Meinung: wenn wir die Deutsche Einheit wollen, schaffen wir es nur gemeinsam!