Was verbindet charlotte mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

zunächst einmal erinnere ich mich daran, daß das damals ein tag war, der viel bewegt hat. für den moment. auf einmal konnte man dort hin, wo zuvor eine mauer den weg versperrte. ich wohnte damals im prenzlauer berg, fast direkt an der mauer. und als ich davon hörte, von einer bekannten, ging ich sofort los zur grenze, um selbst nachzusehen. somit war ich eine der ersten, die über den grenzübergang gehen durfte. und ich erlebte auch noch, wie überfordert die grenzer waren, daß sie nun die leute durchlassen mußten, die sie zuvor von ihr fern halten mußten. sie waren etwas "vergrätzt" darüber. ich erinnere mich auch noch daran,d aß sie den typisch sächsischen dialket hatten, den offenbar alle, oder wenigstens die meisten der in staatsdiensten stehenden leute hatten (stasi, grenzer, hohe funktionäre etc.)
das war schon ein seltsames gefühl, dort rüber zu gehen. es ist mir auch stark in erinnerung geblieben, hat sich bis heute eingeprägt, als wäre es erst gestern oder vorgestern.
dann auf der anderen seite, richtung osloer straße und dann quer durch die innenstadt änderte sich das gefühl schon schnell. die allgemeine euphorisierung erlebte ich schon damals als etwas merkwürdig und stand ihr tendenziell ablehnend gegenüber.
auch erfuhr ich schnell, auch an den darauf folgenden tagen, daß die westberliner uns "ossis" nicht gerade freundlich gegenüber standen. dies ist auch lange zeit so geblieben. und teilweise ist es heute noch so. es hat viele jahre gedauert, bis wenigstens die westberliner uns ossis kennen lernten und auch akzeptierten. lange zeit hatte ich das gefühl, eine art "deutsche zweiter klasse" zu sein. auch die migranten standen uns ebenso tendenziell feindlich gegenüber. sie waren westlicher als wir es waren. und wir ossis standen von der wertigkeit noch lange zeit "unter" diesen. das hat sich in der zwischenzeit wieder gewandelt. nun sind es wieder die migranten, die an "unterster stelle" stehen. das ist aber ebenso schade. schon aus dem grunde, weil dies die falschen kriterien sind, nach denen man menschen beurteilt. es gibt wichtigere.
erinnern kann ich mich auch noch an die großen demonstrationen vor der maueröffnung. ich war praktisch überall dabei. denn ich gehörte mit zu einer der generationen, die sich von den neuen entwicklungen große hoffnungen machten. heute sehe ich das alles etwas anders. aber damals stand ich der maueröffnung tendenziell positiv gegenüber. allerdings hatte ich damals schon, noch ganz diffus damals, die befürchtung, daß dies nicht einfach werden würde.
ich gehörte praktisch zu denen, die die ddr eigentlich nicht abschaffen woltlen, sondern lediglich verändern. die maueröffnung gehöärte schon eigentlich auch dazu, zu diesen wünschen. aber der anschluß an die brd gehörte eigentlich nicht dazu.
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