Was verbindet Heinrich Nagelthier mit dem 9. November 1989 - dem Tag der Maueröffnung?

Konkret die Meldung im DDR-Fernsehfunk, in welcher Günther Schabowski die Grenze zu Westberlin als durchlässig erklärte, und die erahnte Vermutung, dass mit dieser Meldung ein äusserst bedeutender geschichtlicher Umstand im Vollzug begriffen ist. Zur damaligen Zeit war ich Lehrling, gleichzeitig ging ich nach Arbeitsschluss zur Abendschule, um mein Abitur zu erlangen. Die Atmosphäre dieser Tage habe ich daher nur am Rande mitbekommen können. Ich erinnere mich jedoch noch lebhaft an zwei Umstände, die ich mit diesem Datum verbinde: Das Gebrüll der Massen, als diese die damalige Zentrale der Staatssicherheit am Gimritzer Damm in Halle stürmten- zur selben Zeit saß ich mit einer handvoll Kommilitonen im Gesellschaftskundeunterricht (!) bei geöffnetem Fenster in der Abendschule. Schule und Stattsicherheitsgelände waren durch eine ziemliche Entfernung voneinander getrennt, was den vernommenen Tumult noch eindrucksvoller machte. Die zweite Erinnerung bezieht sich auf die anachronistische Situation, als in der Kantine meines damaligen Ausbildungsbetriebes bei Kaffee und Bockwurst Staatsratsorden für verdiente Mitarbeiter verliehen wurden- das war bei der Reichsbahn, wo es unerhörte Mühen kostete, den Betrieb durch beständige Ausbeserungs- und Flickarbeiten aufrechtzuerhalten. Vor meinem geistigen Auge sah ich mich gleichermassen mit den Szenen konfrontiert, in welchen in den letzten Kriegstagen des WKII die mobilisierten Zivilisten Eiserne Kreuze verliehen bekamen.
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